Face ID

Apple verzeichnete mit der neuen biometrischen Entsperrmethode, der Face Identification (Face ID) im Jahr 2017 einen innovativen Fortschritt. Seit dem Release des iPhone X mit der Entsperrmöglichkeit durch Gesichtserkennung hat sich die Nutzung in den letzten Jahren stark ausgebreitet. Ein großer Teil der Smartphone-Industrie verbaut heute diese Technologie in die Geräte und ziehen mit diesem Feature zahlreiche Nutzer*innen an. Über die Jahre konnte Apple die Funktionalitäten der Gesichtserkennung immer weiter verfeinern. Welche konkreten Vorteile liefert Face ID jedoch mit sich?¹ Und welcher technologische Hintergrund verbirgt sich dahinter? Im folgenden Text wird die Face ID von Apple anhand verschiedener Perspektiven betrachtet und erläutert.

Das US-amerikanische Unternehmen Apple Inc., ehemals Apple Computer Inc., wurde im Jahr 1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet.² Das Unternehmen hat sein Sitz in Cupertino, Kalifornien und ist für die Entwicklung seiner eigenen Linie von Computersoftware, Servern, PCs und weiterer Elektronik bekannt. Unter anderem betreibt Apple seine eigenen Einzelhandelsgeschäfte, die Apple Stores, in welchen die Hauptproduktlinie des Unternehmens zu Verkauf stehen. Die ersten Apple Stores wurden zunächst nur in den USA eröffnet. Gegen Ende 2005 kamen weitere Länder, wie Japan dazu.³ Die ersten europäischen Läden eröffneten im November 2004. Das Unternehmen Apple hat sich in den letzten Jahren zu einem der profitabelsten und gleichzeitig größten Unternehmen der Welt entwickelt. 2020 erreichte das Unternehmen einen weltweiten Umsatz von 274,52 Milliarden US-Dollar. Einen großen Teil des Erfolgs verdankt Apple dem iPhone, welches im Jahr 2007 auf den Markt kam.⁴

Als Face ID wird die Gesichtserkennungstechnologie des Unternehmens Apple bezeichnet. Apple hat diese erstmals im November 2017, mit der Veröffentlichung des iPhone X, in Smartphones verbaut. Zuvor benutzte Apple die sogenannte Touch Identification (Touch ID), die allerdings einen Home-Button bedingte.⁵ Die Face ID bietet mehr Sicherheit als die zuvor gehypte Fingerabdruckserkennung, da hier die Wahrscheinlichkeit für eine falsche Gesichtserkennung bei 1:1.000.000 liegt. Darüber hinaus kommt noch der entscheidende Faktor, dass die Smartphones mit Face ID keinen Home-Button mehr benötigen und sich somit mit einer größeren Bildschirmfläche abheben können.⁶ Die Face ID ist heute in vielen Apple-Geräten verbaut, sowohl in iPads (Air/Pro), als auch in den iPhones (alles jünger als iPhone X). Dennoch bietet Apple immer noch die Alternative Entsperrmethode mit einer Codeeingabe an, falls Nutzer*innen der Technologie nicht trauen.

Die Nutzerperspektive

Ein kurzer Blick auf das Display reicht aus, um das iPhone oder iPad zu entsperren. Die Nutzung von Face ID bietet eine Menge an Vorteilen, um Aufgaben und Prozesse schneller und bequemer auszuführen. Neben dem Entsperren des iPhones, ermöglicht die Nutzung der Face ID Transaktionen durchzuführen. Beispielsweise kann man mit Apple Pay, im iTunes Store oder im App Store Käufe bestätigen und tätigen, indem man die Gesichtserkennung anwendet. Darüber hinaus kann man die Gesichtserkennung in Apps oder auf Websites benutzen, um gespeicherte Benutzernamen und Passwörter automatisch auszufüllen.⁷

Aber wie genau funktioniert die Anwendung der Face ID eigentlich genau? Es funktioniert unabhängig davon, ob das Gerät auf einer Oberfläche liegt oder es in der Hand hält. Die Anwendung ist simpel, man hält das iPhone oder iPad vor sich, richtet seinen Blick auf das Display, schon öffnet sich das Schlosssymbol auf dem Bildschirm und das iPhone ist entsperrt. Der optimale Abstand zwischen Gesicht und iPhone liegt bei 25-50 cm. Alle Apps und Funktionen, welche Touch ID unterstützt haben, funktionieren in der Regel auch mit Face ID. Außerdem passt sich Face ID automatisch an Änderungen des Erscheinungsbildes an, bedeutet bei dem Tragen von Make-up, einer Brille, Bart oder ähnlichem, funktioniert die Gesichtserkennung weiterhin. Die Nutzung ist jederzeit möglich, sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien oder in völliger Dunkelheit.⁸ Verändert sich das Aussehen jedoch stark, kann es vorkommen, dass die Face ID die Identität nicht mehr erkennt und man die Verifizierung durch den Code bestätigen muss.⁹ Besonders bei Zwillingen kann es vorkommen, dass Face ID von beiden genutzt werden kann. Um die Face ID Funktion auf dem iPhone verwenden zu können, muss man lediglich sein Gesicht in den Einstellungen registrieren.

Die Technologische Perspektive

Geräte mit Face ID besitzen auf der Vorderseite des Smartphones eine Innenkamera, welche sich TrueDepth-Kamera nennt. Sie erfasst unfassbar genaue Gesichtsdaten, um eine Tiefenkarte des Gesichts zu erstellen. Hierzu werden auf das Gesicht von Nutzer*innen 30.000 unsichtbare Punkte projiziert, welche daraufhin analysiert werden. Dieses Modul nennt sich “Dot projector”. Mithilfe dessen wird daraufhin ein Infrarotbild des Gesichts aufgezeichnet. In den Geräten mit Face ID ist ein Bionic-Chip verbaut, der das Tiefenbild mit dem Infrarotbild kombiniert und daraus eine mathematische Gleichung erstellt. Diese mathematische Gleichung wird schließlich mit den registrierten Gesichtsdaten verglichen, woraufhin eine Entsperrung des Geräts erfolgt oder nicht erfolgt. Wie bereits erwähnt, ist ein weiteres Feature der Face ID, dass die registrierten Daten den Veränderungen im Gesicht angepasst werden. Die TrueDepth-Kamera wird aktiviert (je nach Einstellung), indem man auf den Bildschirm tippt, sobald eine Mitteilung eintrifft oder bei dem Anheben des iPhones. Die TrueDepth Kamera wird auch dazu verwendet, um den Bildschirm in den Standby-Modus zu schalten, falls längere Zeit nicht auf das Display geschaut wird.¹⁰

Die wirtschaftliche Perspektive

Die Technologie der Face ID zählt zu der innovativsten Software, die Apple je geschaffen hat. Am 12. September 2017 brachte das Unternehmen das iPhone X und somit das erste iPhone mit Face ID auf den Markt. Nach der Einführung der Face ID begannen die Absatzzahlen stark anzusteigen.¹¹ Laut dem Apple Chef Tim Cook ist das iPhone X „der größte Fortschritt seit dem Original-iPhone“. Durch die Innovation sind dementsprechend auch die Preise der Geräte angestiegen.¹² Auf der unteren Abbildung hat das iPhone X bei einem Speicherplatz von 64GB und einen Preis von 999 US-Dollar. Somit ist es zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung das teuerste iPhone aller Zeiten gewesen.¹³

Die rechtliche Perspektive

Laut eigener Aussage von Apple ist Ihnen der Datenschutz äußerst wichtig. Grundlegend werden die Bilder bei der Gesichtserkennung nur in mathematischen Darstellungen des Gesichts gespeichert und durch die sogenannte “Secure Enclave” verschlüsselt und geschützt. Anknüpfend werden die Face ID-Daten immer nur auf dem jeweiligen Gerät gespeichert und nie in die Cloud hochgeladen. Bei mehrmaliger Fehlerkennung der Face ID wird der Pin-Code des Geräts angefordert. Zudem gibt es Apps, bei denen die Authentifizierung mit der Face ID möglich ist, dies ist aber immer manuell in den Einstellungen ausstellbar. Laut Apple erfüllt das True-Depth-Kamerasystem durch mehrfache Testungen die internationalen Sicherheitsstandards.¹⁴ 

Die gesellschaftliche Perspektive

Auch in der deutschen Bevölkerung gewinnt Face ID immer mehr an Bedeutung. Nach einer Umfrage in Deutschland, was sich die Menschen von einem Smartphone wünschen, beträgt das Entsperren via Gesichtserkennung ganze 17 Prozent.¹⁵ Die unten abgebildete Statistik zeigt das Ergebnis einer Umfrage in Deutschland zu den wichtigsten Produktmerkmalen des Smartphones, wobei 57 Prozent für die Gesichtserkennung abgestimmt haben.¹⁶ Die Technologie ist mittlerweile so fortgeschritten, dass sich das iPhone innerhalb von 1,2 Sekunden durch die Gesichtserkennung entsperren lässt, ohne dass ein Tastendruck erforderlich ist. Auf diese Weise ist das Entsperren des iPhones für Nutzer*innen schneller und einfacher denn je.

Fazit

Fasst man alle Perspektiven zusammen, kann man sagen, dass die Face ID eine neue innovative Errungenschaft für das Unternehmen Apple darstellt. Viele andere Hersteller, wie Samsung und Co. sind nach dem Release des iPhone X auf den Zug der biometrischen Gesichtserkennung aufgestiegen. Auch für die meisten Nutzer*innen stellt Face ID einen positiven Aspekt dar, weil es Transaktionen und Prozesse beschleunigt und bequemer werden lässt. Voraussichtlich wird in zwei Jahren der Großteil der Smartphones über eine Entsperrung mit Gesichtserkennung verfügen.

Von Jakob Heinzelmann &  Ana Pudja 

Rating

Coolness Faktor 3/3
Innovationsgrad 2/3
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[1] Leo Becker (2018), Pro & Contra: Ist Apples Face ID wirklich ein Fortschritt? Heiseonline. Zugriff: 28.05.2021. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Pro-Contra-Ist-Apples-Face-ID-wirklich-ein-Fortschritt-4071113.html

[2] Statista (2021), Statistiken zu Apple. Zugriff: 28. Mai 2021. https://de.statista.com/themen/597/apple/.

[3] AllBoutMarketing (2021), Apple. Zugriff: 28. Mai 2021. https://allboutmarketing.com/?s=Apple&ixsl=1.

[4] Chip (2015), Was ist Apple. Zugriff: 28. Mai 2021. https://praxistipps.chip.de/was-ist-apple-einfach-erklaert_41571.

[5] Wikipedia (2021), Face ID. Zugriff 29.05.2021. https://de.wikipedia.org/wiki/Face_ID

[6] Support Apple (2020), Informationen zur Fortschrittlichen Technologie von Face ID. Zugriff: 28. Mai 2021. https://support.apple.com/de-de/HT208108.

[7] LogiTel (2021), Face ID. Zugriff: 28. Mai 2021. https://www.logitel.de/glossar/face-id.html.

[8] Support Apple (2020), Informationen zur Fortschrittlichen Technologie von Face ID. Zugriff: 28. Mai 2021. https://support.apple.com/de-de/HT208108#:~:text=Informationen%20zur%20fortschrittlichen%20Technologie%20von%20Face%20ID%201,Erhalte%20Unterst%C3%BCtzung%20bei%20der%20Verwendung%20von%20Face%20ID

[9] Giga (2019), Face ID. Was ist das? Wie funktioniert es? Zugriff: 28. Mai 2021. https://www.giga.de/artikel/face-id-was-ist-das-wie-funktioniert-es/.

[10] Support Apple (2020), Informationen zur Fortschrittlichen Technologie von Face ID. Zugriff: 28. Mai 2021. https://support.apple.com/de-de/HT208108. :

[11] Apfellike (2018), Neue iPhones und iPads mit Face ID treiben Umsatz für Apples asiatische Zulieferer hoch. Zugriff: 28. Mai 2021. https://www.apfellike.com/2018/07/neue-iphones-und-ipads-mit-face-id-treiben-umsatz-fuer-apples-asiatische-zulieferer-hoch/.

[12] Statista (2017): iPhone, Brandt, M. (2017), So hat sich der iPhone-Preis entwickelt. Statista. Statista GmbH. Zugriff: 28. Mai 2021. https://de.statista.com/infografik/11048/iphone-preis-bei-verkaufsstart-in-den-usa/

[13] Statista (2017): biometrische Technik, Brandt, M. (2017), Schöne neue, biometrische Welt. Statista. Statista GmbH. Zugriff: 28. Mai 2021. https://de.statista.com/infografik/11117/weltweiter-absatz-anteil-von-geraeten-mit-biometrischen-technologien/

[14] Support Apple (2020), Informationen zur Fortschrittlichen Technologie von Face ID. Zugriff: 28. Mai 2021. https://support.apple.com/de-de/HT208108.

[15] Statista (2017): Smartphones Suhr, F. (2017). Das wünschen sich die Deutschen von einem Smartphone. Statista. Statista GmbH. Zugriff: 28. Mai 2021. https://de.statista.com/infografik/11043/anforderungen-an-ein-neues-smartphone/

[16] Statista (2021): Telekommunikation, Brandt, M. (2017), So hat sich der iPhone-Preis entwickelt. Statista. Statista GmbH. Zugriff: 28. Mai 2021. https://de.statista.com/infografik/11048/iphone-preis-bei-verkaufsstart-in-den-usa/

[17] Vgl. Google Support (2021), Internet: https://support.google.com/websearch/thread/108236511?hl=de/werden-durch-google-lens-gescannte-bilder-gespeichert#, zugegriffen: 20. Mai 2021

[18] Vgl. Google Ireland Limited (o.J.), Internet: https://policies.google.com/privacy, zugegriffen: 20. Mai 2021

[19] Vgl. Tiku, N. (2018): The Price of Google’s New Conveniences? Your Data. In: Wired, Internet: https://www.wired.com/story/the-price-of-googles-new-conveniences-your-data/, zugegriffen: 20. Mai 2021

[20] Vgl. Sinha, A. (2019): How to View and Delete Google Lens Activity?. In: MashTips, Internet: https://mashtips.com/view-delete-google-lens-activity/, zugegriffen: 20. Mai 2021

[21] ZEIT Online (o.J.), Internet: https://www.zeit.de/angebote/weltderdaten/kuenstliche-intelligenz-und-ethik/index?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F, zugegriffen: 20. Mai 2021

[22] Vgl. ZEIT Online (o.J.), Internet: https://www.zeit.de/angebote/weltderdaten/kuenstliche-intelligenz-und-ethik/index?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F, zugegriffen: 20. Mai 2021

[23] Vgl. Ibrahim, S. (2021): Google und die Ethik der Künstlichen Intelligenz: Eine Entlassung wirft Fragen auf. In: SWI swissinfo.ch, Internet: https://www.swissinfo.ch/ger/etica-e-ia_google-und-die-ethik-der-kuenstlichen-intelligenz–der-fall-gebru-wirft-etliche-fragen-auf/46481900, zugegriffen: 20. Mai 2021

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